Baldrian

Portrait zur Arzneipflanze

Valeriana officinalis – Baldriangewächse – Valerianaceae

Unruhezustände und nervös bedingte Einschlafstörungen, Baldrian trägt durch seine beruhigende und dadurch „stressabschirmende“ Wirkung zur allgemeinen Entspannung bei und fördert so die Schlafbereitschaft. Er lindert darüber hinaus nervös bedingte Magen- und Herzbeschwerden.

Der echte Baldrian ist wohl der bekannteste Vertreter einheimischer Heilpflanzen zur Behandlung von nervösen Unruhezuständen und Einschlafstörungen. Mit Baldrian lässt sich der Schlaf nicht erzwingen, vielmehr kommt die einschlaffördernde Wirkung über die Entspannung und ein ruhigeres Fließen der Gedanken zustande. Am Tage eingenommen, kann Baldrian sogar konzentrationsfördernd wirken. Schon in den mythologischen Vorstellungen der nordischen Völker wurde Baldrian als stark aromatisch riechende Pflanze zum Schutz vor bösen Geistern über die Tür gehängt. Der intensive Geruch entwickelt sich erst nach einer gewissen Lagerzeit. Übrigens scheinen sich Katzen nicht daran zu stören. Ganz im Gegenteil, sie werden davon angezogen. Eine genaue Erklärung hierfür gibt es bisher nicht. Ein volkstümlicher Name für den Baldrian jedoch ist eindeutig: Katzenwurzel! Auf die nervenberuhigende Wirkung des Baldrians wurde man erst gegen Anfang des 17. Jahrhunderts aufmerksam. Die hierfür verantwortlichen Inhaltstoffe sind bis heute nicht genau bekannt. In der frischen Pflanze kommen die für Baldrian charakteristischen Valepotriate vor, denen beruhigende Effekte nachgewiesen werden konnten. Diese Stoffe werden bei der Einnahme von Baldrian allerdings zum größten Teil zerstört. Neuere Forschungen gehen davon aus, dass bestimmte Abbauprodukte der Valepotriate zusammen mit Aminosäuren, die im Darm vorkommen zu Alkaloiden reagieren. Diese also erst im Magen-Darm-Trakt entstehenden Stoffe könnten nach Eintritt in den Blutkreislauf die Wirkung auslösen. Neben den Valepotriaten findet sich ätherisches Öl in der Baldrianwurzel mit Anteilen, denen eine krampflösende Wirkung zukommt. Aus diesem Grunde wird Baldrian auch bei krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich verwendet. Eine Kombination mit anderen pflanzlichen Sedativa, wie Melisse, Passionsblume oder Hopfen, erscheint sinnvoll. Bei nervös bedingten Herzbeschwerden wird die gleichzeitige Gabe von Weißdorn empfohlen.alle Arzneipflanzen Steckbrief