Portrait zur Arzneipflanze


Johanniskraut

Hypericum perforatum - Johanniskrautgewächse - Hypericaceae

Seelische Verstimmungen, nervöse Unruhe, Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend, steigert die Motivation und fördert durch seine spannungslösenden Eigenschaften einen ruhigen Schlaf.
Das Johanniskraut, auch Tüpfel-Hartheu genannt, ist eine in ganz Europa verbreitete Arzneipflanze, deren Verehrung bis zu den frühen Anfängen des Christentums zurückreicht. Am 24. Juni, dem Geburtstag Johannis des Täufers, steht sie in voller Blüte. Ihm haben die Christen diese Pflanze geweiht. Andere volkstümliche Bezeichnungen wie "Hexenkraut" oder "Teufelsflucht" lassen auf die mittelalterliche Verwendung schließen. Bei den durchscheinenden "Einstichen" auf den Blättern ("Tüpfel-Hartheu"! Betrachten Sie doch ruhig einmal eins aus der Nähe!) handelt es sich um durchscheinende Ölbehälter. Einer Sage zufolge gibt es eine andere Erklärung: Über die Macht des geheiligten Krautes gegen böse Geister erzürnt, soll der Teufel die Blätter zerstochen haben... Schon in einem Kräuterbuch aus dem 17. Jahrhundert wird die Heilwirkung bei Menschen, die vom Dämon der Schwermut befallen waren, beschrieben: "Johanniskraut hilft gegen den Schwindel und gegen die fürchterlichen melancholischen Gedanken". Über kaum eine Arzneipflanze ist in den letzten Jahrzehnten soviel geforscht worden wie über das Johanniskraut. Die stimmungsaufhellenden, stimmungsausgleichenden und motivationsfördernden Wirkungen konnten in modernen klinischen Studien mit insgesamt mehreren zehntausend Teilnehmern belegt werden. Anerkannte Anwendungsgebiete sind heute deshalb neben nervöser Unruhe vor allem leichte bis mittelschwere depressive Verstimmungszustände. In letzter Zeit ist über Wechselwirkungen von Johanniskrautpräparaten mit anderen Arzneimitteln berichtet worden. Insbesondere soll unter Umständen die Wirkung blutverdünnender Mittel und bestimmter Antibiotika verkürzt werden. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die Beratung über pflanzliche Arzneimittel durch die Apotheke ist. Setzt man einen Ansatz von Johanniskrautblüten mit Olivenöl über einige Wochen dem Licht aus, entsteht das sogenannte Rotöl. Seine entzündungshemmende Wirkung wird traditionell bei Quetschungen, Prellungen und Verstauchungen sowie bei Verbrennungen ersten